Editorial der aktuellen Jahresausgabe
2010
Der "Verein zur Erforschung der Kirchen- und Religionsgeschichte des Ruhrgebiets" besteht nunmehr seit 25 Jahren. Aus diesem Anlass haben wir die seither im Rahmen der Vereinsarbeit erschienenen Publikationen zusammengestellt. In diesem Zeitraum sind knapp 20 eigenständige Monographien erschienen, zudem wird seit 1988 regelmäßig (zumeist einmal, stellenweise auch zweimal im Jahr) die Zeitschrift "Kirche im Revier" herausgegeben. Auch die hier erschienenen Beiträge sind alphabetisch nach Verfassernamen in diesem Heft aufgelistet. Als besondere Höhepunkte der Vereinsaktivitäten sind schließlich die beiden großen Ausstellungen zu nennen: 1988 anlässlich der fünfzigjährigen Erinnerung an die Reichspogromnacht die Ausstellung "Kristallnacht im Ruhrgebiet" und 1991 anlässlich des Ruhrkirchentages die an mehr als zwanzig Orten gezeigte Wanderausstellung "Kirche im Ruhrgebiet nach 1945". Diese Aktivitäten sind projektbezogen im Blick auf die Deckung der Unkosten von verschiedenen öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen gefördert worden, vor allem aber auf Grund des ehrenamtlichen Engagements der Vereinsmitglieder und anderer Mitarbeiter/innen entstanden. Somit gilt an dieser Stelle der Dank allen, die sich für den Verein auf die eine oder andere Weise engagiert und so diese Form der unabhängigen und eigenständigen Ruhrgebietsforschung ermöglicht haben. Vor allem ist natürlich Günter Brakelmann zu danken, durch dessen Initiative der Verein überhaupt erst gegründet wurde und der maßgeblich die wichtigsten Projekte auf den Weg gebracht und gefördert hat. Zu erinnern ist in besonderer Weise an unseren langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden Helmut Geck, der in diesem Jahr verstarb. Speziell im Blick auf die Kirchenkreis-geschichtsforschung im Ruhrgebiet hat er entscheidende Anregungen gegeben, die durch das von ihm gegründete Institut in Recklinghausen und auch im Rahmen der Vereinsarbeit weitergeführt werden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.
Die Beiträge in diesem Heft spiegeln die Vielfalt des kirchlichen Lebens im Ruhrgebiet wieder. Martin Bredenbeck stellt in seinem Beitrag die "überzähligen" Kirchen evangelischer Gemeinden in Essen aus kunsthistorischer Sicht vor. Der frühere Dortmunder Pfarrer Hermann-Ulrich Koehn setzt in diesem Heft seine Beiträge zur Dortmunder Kirchenkreisgeschichte mit einem Artikel über die sogenannten "Ostpfarrer" fort. Am Beispiel zweier Pfarrer lässt sich zeigen, welches Schicksal diese Pfarrer aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten erfahren haben. Schließlich hat Clemens Wustmans einen Bericht über das Kinderheim Overdyck in Bochum verfasst. Die Heimkindererziehung ist seit Erscheinen des Buches "Schläge im Namen des Herrn" des Spiegel-Journalisten Wensierski im Jahr 2006 scharf in die Kritik geraten. Dies ist Grund genug, einmal die Heime im Ruhrgebiet genauer zu untersuchen, zumal es sich bei dem Kinderheim Overdyck um eine der ältesten Einrichtungen handelt. Wustmans bietet eine erste Bestandsaufnahme und macht deutlich, in welcher Hinsicht eine nähere Beschäftigung mit diesem Thema lohnenswert ist. Abgerundet wird dieses Heft wie immer durch Rezensionen.
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